Wie werden Entscheidungen in einer Stadt getroffen? Wie entsteht aus einer ersten Idee ein konkretes Bauprojekt? Und welche Aufgaben übernimmt ein Stadtbürgermeister? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler des Sickingen-Gymnasiums im Rahmen der Projektwoche „Politik vor Ort", die vom 7. bis 11. September 2026 stattfand.
Betreut wurde die Projektgruppe von den Lehrern Knut Böhlke und Achim Wätzold. Beide verfügen neben ihrer pädagogischen Tätigkeit über langjährige kommunalpolitische Erfahrung: Knut Böhlke war viele Jahre Ortsbürgermeister von Kindsbach, Achim Wätzold ist amtierender Ortsbürgermeister der Ortsgemeinde Hütschenhausen. Gemeinsam mit Stadtbürgermeister Mattia De Fazio verbindet sie, dass sie ihr jeweiliges Bürgermeisteramt ehrenamtlich ausüben beziehungsweise ausgeübt haben. Dadurch konnten sie den Jugendlichen besonders authentische Einblicke in die Verantwortung, die Herausforderungen und die Gestaltungsmöglichkeiten eines kommunalen Ehrenamtes vermitteln.
Ziel der Projektwoche war es, den Jugendlichen die kommunalpolitischen Strukturen und deren unmittelbare Bedeutung für das tägliche Leben näherzubringen. Zum Auftakt befasste sich die Gruppe mit den verschiedenen kommunalen Ebenen sowie den jeweiligen Aufgaben von Gemeinden, Städten, Verbandsgemeinden und Landkreisen. Im weiteren Verlauf der Woche erhielten die Schülerinnen und Schüler bei mehreren Terminen praktische Einblicke in die Arbeit kommunaler Verantwortungsträger. Zum Abschluss bereiteten sie ihre gewonnenen Eindrücke für eine Präsentation beim Schulfest auf.
Ein besonderer Programmpunkt führte die Gruppe am Mittwoch durch die Sickingenstadt Landstuhl. Gemeinsam mit Stadtbürgermeister Mattia De Fazio nahmen die Schülerinnen und Schüler zunächst an einer Baustellenbesprechung zur Neugestaltung der Kaiserstraße teil. Dabei erlebten sie unmittelbar, wie die verschiedenen Beteiligten den aktuellen Baufortschritt, die nächsten Arbeitsschritte und organisatorische Fragen eines solchen Großprojekts miteinander abstimmen.
Stadtbürgermeister De Fazio erläuterte den Jugendlichen die Hintergründe der umfangreichen Innenstadtsanierung und machte deutlich, wie viele Akteure an der Planung und Umsetzung einer kommunalen Baumaßnahme beteiligt sind. Neben politischen Beschlüssen spielen unter anderem technische Planungen, Finanzierungsfragen, die Koordination der ausführenden Unternehmen sowie die Interessen der Anliegerinnen und Anlieger eine wichtige Rolle.
Im Anschluss erkundete die Gruppe gemeinsam mit dem Stadtbürgermeister weitere Bereiche Landstuhls. Dabei stand unter anderem die Stadthalle als bedeutende städtische Einrichtung auf dem Programm. Die Jugendlichen erfuhren, welche Aufgaben die Stadt bei der Unterhaltung und Nutzung ihrer Gebäude übernimmt und welche Bedeutung die Stadthalle als Veranstaltungsort für das gesellschaftliche, kulturelle und politische Leben in Landstuhl besitzt.
Während des Rundgangs beantwortete De Fazio zahlreiche Fragen und gab Einblicke in seinen Arbeitsalltag. Dabei wurde deutlich, dass die Aufgaben eines Stadtbürgermeisters weit über die Teilnahme an Sitzungen und öffentlichen Veranstaltungen hinausgehen. Stadtentwicklung, Bauprojekte, die Betreuung städtischer Einrichtungen sowie der regelmäßige Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen, Gewerbetreibenden und Behörden gehören ebenfalls dazu.
„Kommunalpolitik begegnet uns jeden Tag direkt vor der eigenen Haustür. Deshalb ist es wichtig, jungen Menschen zu zeigen, wie Entscheidungen entstehen und wie sie die Entwicklung ihrer Stadt selbst mitgestalten können. Ich habe mich sehr über das große Interesse und die vielen Fragen der Schülerinnen und Schüler des Sickingen-Gymnasiums gefreut. Mein besonderer Dank gilt Knut Böhlke und Achim Wätzold, die ihre eigenen kommunalpolitischen Erfahrungen in die Projektwoche eingebracht und damit einen wertvollen Beitrag zur politischen Bildung geleistet haben", betonte Stadtbürgermeister Mattia De Fazio.
Der Besuch vermittelte den Jugendlichen einen anschaulichen Eindruck davon, wie kommunale Projekte geplant, beraten und schließlich umgesetzt werden. Gleichzeitig bot er ihnen die Möglichkeit, Politik nicht nur aus dem Unterricht kennenzulernen, sondern unmittelbar zu erleben und einen Blick hinter die Kulissen der Stadtentwicklung zu werfen.





