Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,
die seit längerer Zeit bestehende Sperrung eines Teilstücks des Weges im Bereich Burgweg / Pfad Halbmond hat bei vielen von Ihnen verständlicherweise zu Fragen und auch zu Unmut geführt. Gerne möchten wir Sie über die Hintergründe, den bisherigen Verlauf sowie die weiteren Schritte informieren.
Ausgangspunkt der Sperrung war der Einsturz einer Stützmauer im März 2023. Diese Mauer ist von besonderer Bedeutung, da sie den darüber verlaufenden Weg sichert. Bereits kurz nach dem Schadensereignis wurde der Bereich abgesperrt, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.
Bereits im Frühjahr 2023 fanden erste Ortstermine mit Fachplanern, Statikern, der zuständigen Fachbehörde sowie der Forstverwaltung statt. Ziel war es, die Ursache zu klären und mögliche Maßnahmen zur Sicherung und zum Wiederaufbau der Mauer zu erarbeiten. In diesem Zusammenhang wurde auch die statische Überprüfung der gesamten Anlage veranlasst.
Im weiteren Verlauf des Jahres 2023 zeigte sich jedoch, dass notwendige Abstimmungen und Planungen nicht wie vorgesehen vorangebracht werden konnten. Unter anderem kam es zu Verzögerungen bei der Erstellung von Planungsunterlagen. Parallel dazu wurden die Grundstückseigentümer durch die zuständigen Stellen mehrfach kontaktiert, um die nächsten Schritte einzuleiten.
Im Jahr 2024 wurden daraufhin weitergehende Untersuchungen beauftragt, um die Standsicherheit der Mauer umfassend zu bewerten und konkrete Maßnahmen zur Sicherung des Hanges und zum Wiederaufbau zu entwickeln. Mehrere Ortstermine mit allen Beteiligten folgten. Dabei wurde deutlich, dass sich die Situation weiter verschärft hatte, da zusätzliche Bereiche der Mauer instabil geworden waren. In der Folge musste auch die Sperrung des Weges erweitert werden.
Ebenfalls im Jahr 2024 wurden erste konkrete Planungen sowie Kostenschätzungen vorgelegt. Diese lagen zunächst in einem sehr hohen Bereich, sodass nach wirtschaftlicheren Alternativen gesucht werden musste. Parallel dazu wurden Fachfirmen und Ingenieurbüros eingebunden, um eine umsetzbare Lösung zu erarbeiten.
Im Jahr 2025 konnte schließlich eine technisch geeignete und deutlich wirtschaftlichere Lösung entwickelt werden. Es fanden weitere Abstimmungen zwischen den beteiligten Fachstellen, der Forstverwaltung und den Grundstückseigentümern statt. Auch ein ausführendes Unternehmen wurde bereits gefunden, sodass eine Umsetzung grundsätzlich vorbereitet werden konnte.
Ein zusätzlicher erschwerender Umstand besteht darin, dass der betroffene Grundstückseigentümer seinen Wohnsitz im Ausland hat. Dadurch gestalten sich Abstimmungen, Entscheidungsprozesse sowie die notwendige vertragliche Klärung naturgemäß zeitaufwendiger, da diese häufig nicht kurzfristig vor Ort erfolgen können.
Allerdings zeigte sich in diesem Zusammenhang ein zentraler Punkt, der bis heute für Verzögerungen sorgt: Für die Umsetzung der Maßnahme ist eine vertragliche Regelung erforderlich, insbesondere zur Errichtung und dauerhaften Unterhaltung der Stützmauer sowie zur teilweisen Überbauung eines angrenzenden Grundstücks. Diese Vereinbarung muss zwischen den beteiligten Eigentümern getroffen werden und ist zwingende Voraussetzung für den Baubeginn.
Seit Anfang 2026 wird intensiv daran gearbeitet, diese vertragliche Grundlage zu schaffen. Entsprechende Entwürfe wurden vorgelegt und zwischen den Beteiligten abgestimmt. Erst nach Abschluss dieser Vereinbarung kann die Maßnahme umgesetzt werden.
Wichtig ist mir an dieser Stelle klar zu betonen, dass die Sickingenstadt Landstuhl selbst nicht Verursacher der Situation ist und auch keine unmittelbare Zuständigkeit für die bauliche Umsetzung trägt. Gleichwohl haben wir den gesamten Prozess von Beginn an eng begleitet, vermittelt und immer wieder aktiv nachgehakt, um eine Lösung voranzubringen und eine schnellstmögliche Wiedereröffnung des Weges im Sinne unserer Bürgerinnen und Bürger zu erreichen.
Gerade solche Fälle zeigen deutlich, dass Maßnahmen im öffentlichen Raum häufig ein komplexes Zusammenspiel vieler Beteiligter erfordern. Abstimmungen zwischen Eigentümern, Fachplanern, Behörden und weiteren Stellen sind notwendig und können dazu führen, dass sich Verfahren über einen längeren Zeitraum erstrecken. Auch wenn von außen der Eindruck entstehen mag, dass keine Fortschritte erzielt werden, laufen im Hintergrund oft umfangreiche Prüfungen, Abstimmungen und Verhandlungen.
Aktuell ist vorgesehen, die Maßnahme zeitnah umzusetzen, sobald die noch ausstehende vertragliche Einigung vorliegt. Die ausführenden Unternehmen stehen bereit, sodass nach Abschluss der formalen Voraussetzungen zügig mit den Arbeiten begonnen werden kann.
Mir ist bewusst, dass der betroffene Weg für viele nicht nur eine funktionale Verbindung darstellt, sondern für uns Landstuhler auch einen hohen persönlichen und emotionalen Stellenwert besitzt. Umso wichtiger ist es mir, Ihnen eine verlässliche Perspektive aufzuzeigen und transparent über die Hintergründe zu informieren.
Die Sickingenstadt Landstuhl wird sich weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen, dass der Weg so bald wie möglich wieder vollständig genutzt werden kann.
Für Ihr Verständnis danke ich Ihnen sehr.
Ihr
Mattia De Fazio
Stadtbürgermeister



