Der Umbau der Kaiserstraße zählt zu den bedeutendsten Stadtentwicklungsprojekten der vergangenen Jahrzehnte in der Sickingenstadt Landstuhl. Mit dem Bau des neuen Kreisverkehrs am Pallmanns Eck rückt nun ein besonders prägnanter Punkt dieses Gesamtprojekts in den Fokus, der künftig nicht nur verkehrlich, sondern auch städtebaulich eine zentrale Rolle einnehmen wird.
„Der Umbau der Kaiserstraße ist eines der wichtigsten Stadtentwicklungsprojekte der letzten Jahrzehnte. Der Kreisel am Pallmanns Eck ist dabei ein Schlüsselpunkt, weil er an einer sehr zentralen und geschichtsträchtigen Stelle unserer Stadt liegt“, betont Stadtbürgermeister Mattia De Fazio.
Der neue Kreisverkehr soll die bisherigen Ampelanlagen ersetzen und den Verkehrsfluss zwischen Kaiserstraße und Ludwigsstraße nachhaltig verbessern. Zugleich wurde frühzeitig deutlich, dass die Gestaltung der Kreiselinnenfläche über eine rein technische Lösung hinausgehen muss. Ursprünglich war vorgesehen, die Fläche weitgehend zu pflastern, um sie bei Veranstaltungen wie dem Stadtfest flexibel nutzen zu können. Von dieser Idee ist der Stadtrat jedoch bewusst abgerückt.
„Wir haben uns ganz bewusst die Frage gestellt, ob wir eine zentrale Stelle im Stadtbild dauerhaft versiegeln wollen, nur um sie an wenigen Tagen im Jahr anders nutzen zu können. Der Stadtrat war sich einig, dass dieser Ort mehr verdient“, so De Fazio. „Das Pallmanns Eck ist wichtig für die Wiedererkennbarkeit unserer Stadt und soll daher mit identitätsstiftenden Elementen aufgewertet werden.“
Zur Entwicklung eines passenden Gestaltungskonzeptes wurde neben dem bauleitenden Ingenieurbüro Obermeyer aus Kaiserslautern ergänzend das Büro BBP Stadtplanung Landschaftsplanung PartGmbB hinzugezogen. BBP ist in Landstuhl durch die erfolgreiche Umgestaltung des Adolph-Kolping-Platzes sowie des Martin-Butzer-Platzes bekannt und verfügt über besondere Erfahrung im sensiblen Umgang mit stadträumlichen Schlüsselstellen.
Im Vorfeld der politischen Beratung setzte sich das Büro BBP intensiv mit der Geschichte und Identität der Sickingenstadt auseinander. Leitfragen waren unter anderem: Was prägt Landstuhl? Welche historischen Bezüge sind identitätsstiftend? Und wie lassen sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gestalterisch miteinander verbinden? Auf dieser Grundlage wurden mehrere Entwürfe erarbeitet und in einem gemeinsamen Workshop mit dem gesamten Stadtrat, der Bauverwaltung sowie den beteiligten Planungsbüros ausführlich diskutiert.
Das nun beschlossene Konzept wurde vom Stadtrat angenommen. Zentrales Element der Gestaltung ist eine rund fünf Meter hohe, beleuchtete Skulptur aus Cortenstahl, die als abstraktes Stadttor beziehungsweise Turm interpretiert wird. Sie steht symbolisch für das „Tor zur Sickinger Höhe“ und soll den Übergang in die Region sichtbar machen. „Landstuhl ist für viele Menschen das Eingangstor zur Sickinger Höhe. Dieses Motiv greifen wir mit der Skulptur bewusst auf. Zugleich steht die eckige Form der Skulptur sinnbildlich für das Pallmanns „Eck“ und lässt darüber hinaus Interpretationsspielraum, um auch als Turm wahrgenommen zu werden“, erläutert De Fazio.
Ergänzt werden soll das Tor durch eine historische Figur mit Bezug zur Stadtgeschichte. „Sehr wahrscheinlich wird es auf einen Ritter hinauslaufen, der Franz von Sickingen in abstrakter Form darstellt. Ob zu Pferd oder stehend, wird derzeit noch geprüft“, so der Stadtbürgermeister. Die Figur soll bewusst aus einem anderen Stahl gefertigt werden, um einen gestalterischen Spannungsbogen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu erzeugen.
Ein weiterer Bestandteil des Konzepts ist ein Sandsteinfindling als Symbol für die regionale Baukultur, die in Landstuhl vielerorts sichtbar ist. Zudem wird die Kreiselinnenfläche nicht vollständig gepflastert. Nur etwa ein Viertel der Fläche erhält einen Natursteinbelag, während der übrige Bereich begrünt bleibt. „Eine nicht vollständig versiegelte Fläche wirkt sich positiv auf das Mikroklima aus, verbessert die Versickerung und reduziert Hitzebelastungen im innerstädtischen Bereich“, erklärt De Fazio.
Der Kreisverkehr erhält einen Durchmesser von rund elf Metern sowie einen etwa 2,50 Meter breiten, überfahrbaren Außenring. Für diesen Bereich soll bewusst historisches Pflaster verwendet werden, das beim zweiten Bauabschnitt der Kaiserstraße freigelegt wurde und vermutlich aus den 1920er Jahren stammt. „So machen wir Stadtgeschichte sichtbar und gehen gleichzeitig nachhaltig mit vorhandenen Materialien um“, so der Bürgermeister.
Auch funktionale Aspekte wurden berücksichtigt. Die Anlage wird mit Strom- und Wasseranschlüssen ausgestattet, um bei Veranstaltungen flexibel reagieren zu können. Zudem ist außerhalb der Kreisverkehrsfläche eine Informationstafel vorgesehen, die die Gestaltungselemente erläutert und den historischen Bezug des Pallmanns Ecks erklärt. Dabei bleibt klar: „Eine Kreisverkehrsanlage ist und bleibt eine Verkehrsfläche. Die Innenfläche ist keine Aufenthaltsfläche“, stellt De Fazio klar.
Mit der nun beschlossenen Gestaltung sieht der Stadtrat eine ausgewogene Lösung zwischen Verkehrsfunktion, Stadtbild, Umweltaspekten und historischer Identität. „Der Kreisel am Pallmanns Eck soll nicht nur den Verkehr ordnen, sondern als hochwertige Visitenkarte im Herzen unserer Stadt wirken“, fasst De Fazio zusammen.
Die weitere Ausarbeitung des Entwurfs erfolgt nun durch das Planungsbüro. Über die nächsten Schritte wird die Stadt die Bürgerinnen und Bürger weiterhin transparent informieren.





