Zahlen-Daten-Fakten

Die Verbandsgemeinde Landstuhl wurde 1971 im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform gebildet. Ihr gehören die Ortsgemeinden Bann, Hauptstuhl, Kindsbach, Mittelbrunn und Oberarnbach sowie die Sickingenstadt Landstuhl an. Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung ist das Rathaus in der Sickingenstadt Landstuhl, das 1898 als Kurhaus Schlosshotel errichtet wurde.

Bürgermeister ist Dr. Peter Degenhardt. Während der Bürgermeister hauptamtlich tätig ist, bekleiden Günther Dietrich das Amt des Ersten Beigeordneten, Vera Lang und Florian Feth das Amt der Beigeordneten ehrenamtlich. Zurzeit leben rund 16.000 Menschen auf einer Verbandsgemeindefläche von knapp 5.600 Hektar. Die genauen Einwohnerzahlen der Ortsgemeinden und der Sickingenstadt Landstuhl, Stand 31.12.2016, sind:

Bann 2.280
Hauptstuhl 1.207
Kindsbach 2.521
Landstuhl 8.815
Mittelbrunn 754
Oberarnbach 426
VG insgesamt 16.003

Diesen Einwohnerzahlen hinzuzurechnen sind noch mehrere Tausend Angehörige der Stationierungsstreitkräfte aus den NATO-Mitgliedsstaaten. Derzeit leben in der Verbandsgemeinde außer den Angehörigen der Stationierungsstreitkräfte noch Einwohner aus insgesamt 84 Ländern. Der Anteil der ausländischen Bevölkerung beträgt ca. 7,3%. Durchschnittlich werden beim Standesamt Landstuhl jährlich ca. 750 Geburten beurkundet.

In der Westpfalz, im Landkreis Kaiserslautern gelegen, wird die Verbandsgemeinde Landstuhl durch die Sickinger Höhe im Süden und durch das Landstuhler Bruch, einer ehemaligen Moorlandschaft, im Norden begrenzt.

In ihrer direkten Nachbarschaft befinden sich die Verbandsgemeinden Bruchmühlbach-Miesau, Ramstein-Miesenbach und Kaiserslautern-Süd sowie die Stadt Kaiserslautern und die Verbandsgemeinde Thaileischweiler-Wallhalben außerhalb des Kreisgebietes.

Erreichbar ist die Verbandsgemeinde Landstuhl über die Autobahn A 6, Mannheim–Saarbrücken, über die Autobahn A 62, Trier – Pirmasens, oder auch auf der Landesstraße L 395, der alten napoleonischen Kaiserstraße, welche einst die Garnison Mainz mit der Hauptstadt Paris verband. Mit dem Bahnhof Landstuhl sowie den Haltepunkten Hauptstuhl und Kindsbach besteht auch eine Anbindung an das nationale und internationale Eisenbahnstreckennetz. Landstuhl ist Knotenpunkt für Buslinien in das Umland. Der Regionalverkehr ist im Verkehrsverband Rhein-Neckar (VRN) zusammengeschlossen. Die Sickingenstadt Landstuhl selbst und ihre Stadtteile Atzel und Melkerei sind durch den "Sickingen-Bus", der im Stundentakt verkehrt, verbunden.

Die Sickingenstadt Landstuhl ist als Mittelzentrum ausgewiesen und als Erholungsort anerkannt. Hier befinden sich allgemeinbildende Schulen, die eine Ausbildung bis zur Hochschulreife ermöglichen, berufsbildende Schulen und Sonderschulen. In der Trägerschaft der Verbandsgemeinde Landstuhl stehen die Grundschulen in Bann, Hauptstuhl, Kindsbach und Landstuhl. Mit Beginn des Schuljahres 2009/2010 wurden aus der Friedrich-Ebert-Hauptschule sowie der Konrad-Adenauer-Realschule die Integrierte Gesamtschule Am Nanstein (IGS), ebenfalls in Landstuhl. Seit dem Schuljahr 2015/2016 bietet die IGS auch eine gymnasiale Oberstufe an. Zum Schuljahresbeginn 2002/2003 nahm die Grundschule "In der Au" in Landstuhl den Betreib als Ganztagsschule im Rahmen des Landesprogrammes auf. Ab dem Schuljahr 2003/2004 wurde in Zusammenarbeit mit der Prot. Kirchengemeinde Landstuhl-Atzel für die Schüler der Theodor-Heuss-Grundschule Landstuhl eine Nachmittagsbetreuung im Jugendhaus "Spots" eingerichtet. Mit Beginn des Schuljahres 2011/2012 wurde an der Theodor-Heuss-Grundschule Landstuhl eine Ganztagsschule in Angebotsform eingerichtet. Darüberhinaus bestehen weitere Betreuungsangebote an allen Grundschulen der Verbandsgemeinde Landstuhl.

Hinzu kommen, in anderen Trägerschaften liegend, das Sickingen-Gymnasium Landstuhl, die private, staatlich anerkannte Realschule St. Katharina, Berufsfach- und Berufsschule, die private, staatlich anerkannte Berufsfachschule Haus Nazareth, die Nikolaus-von-Weis-Schule (Sozialpädagogische Fachschule), die Jakob-Weber-Schule für Lernbehinderte sowie die REHA-Westpfalz/Zentrum für Körperbehinderte und Frühförderung und die Nanz medico Akademie (staatl. anerkannte Schule für Physiotherapie und Massage, Fort- und Weiterbildungszentrum).

Als Kultur- und Kongresszentrum hat sich die Stadthalle Landstuhl längst etabliert. Theater-, Musical- und Ballettaufführungen stehen hier ebenso regelmäßig auf dem Programm wie das eigene Volkstheater "Pälzer Komödie Landstuhl", das Kinder- und Jugendtheater und das vielfältige Angebot der örtlichen Vereine. Die "gute Stube" der Sickingenstadt ist ebenso geeignet für Tagungen, Kongresse und Ausstellungen.

Das Kulturangebot wird erweitert durch die Stadtbücherei und die Artothek, wo Medien aller Art und Bilder ausgeliehen werden können.

Umfangreich ist auch das Sport- und Freizeitangebot. Schwimmen im verbandsgemeindeeigenen NaturerlebnisBad Landstuhl oder pure Entspannung in der Sauna- und Wellnessanlage CUBO, die mit der Panoramasauna und dem großen Gastronomiebereich mit Lounge zum Verweilen einlädt. Weitere Aktivitäten, wie Sport- und Bogenschießen, Radfahren, Tennis oder auch Sportangeln im Silbersee und Baden im Bärenlochweiher in Kindsbach. Zudem stehen zehn Schulsport- und Turn- bzw. Gymnastikhallen und -räume zur Verfügung, die auch außerschulisch von Vereinen kostenlos genutzt werden können. Zwischen Landstuhl und Kindsbach befinden sich drei vom DSV zertifizierte Nordic-Walking-Parcours mit nach Schwierigkeitsgraden markierten Wegen.

Im zweijährigen Rhythmus beteiligt sich die Verbandsgemeinde Landstuhl an den Erlebnistagen "Autofreies Wallhalbtal" und "Radelspaß im Sickinger Land". Ersterer führt von der Sickingenstadt Landstuhl über Mittelbrunn und Wallhalben durch das Wallhalbtal bis nach Thaleischweiler-Fröschen im Schwarzbachtal. Auf "Franz von Sickingens Lieblingsstrecke" führt die Veranstaltung "Radelspaß im Sickinger Land" von der Burg Nanstein bis nach Waldfischbach-Burgalben.

Im Sozialbereich nimmt das St.-Johannis-Krankenhaus in Landstuhl den Hauptrang unter den Einrichtungen ein. Mit einer Kapazität von rd. 400 Planbetten beherbergt es alle wichtigen medizinischen Abteilungen. Ergänzt wird die medizinische Versorgung durch die in Landstuhl und einigen Ortsgemeinden ansässigen Ärzte verschiedenster Fachrichtungen. Bedeutsam sind weiterhin das Ökumenische Gemeinschaftswerk Pfalz GmbH (Reha-Westpfalz und Westpfalz Werkstätten), das Diözesan-Kinderheim St. Nikolaus, in dessen Nachbarschaft die Caritas-Wohneinrichtung St. Martin liegt sowie die Ökum. Sozialstation Westpfalz e. V.- AHZ. Das Kreis-DRK-Zentrum rundet das Angebot an Sozialeinrichtungen ab. Kindergärten sind in Bann, Hauptstuhl, Kindsbach, Landstuhl und Mittelbrunn zu finden. In ihnen können derzeit rund 650 Kinder betreut werden. Die Kindertagesstätten in Hauptstuhl, Mittelbrunn sowei das "Atzelnest" und die "Wichtelburg" der Sickingenstadt Landstuhl befinden sich jeweils in kommunaler Trägerschaft.

Jugendarbeit wird u. a. in den kommunalen Jugendtreffs in Kindsbach, Mittelbrunn und Oberarnbach geleistet. In der Gemeinde Bann steht der Jugendtreff sowohl in kommunaler, als auch in kirchlicher Trägerschaft. Die Jugendsozialarbeiterin der Verbandsgemeinde berät und unterstützt diese Einrichtungen und die Ortsgemeinde Hauptstuhl bei deren Bemühungen, demnächst ebenfalls eine Stätte der Jugendbegegnung einzurichten und zu betreiben. Bedeutend ist das in kirchlicher Trägerschaft stehende Jugendangebot in der Sickingenstadt Landstuhl mit dem SPOTS - Jugendhaus Pauluskirche (Prot. Kirchengemeinde Landstuhl-Atzel) und dem Jugendcafé QUO VADIS der Prot. Kirchengemeinde Landstuhl-Stadt. In der Sickingenstadt Landstuhl gibt es zudem eine Streetworkerin, die Sozial- und Lebensberatung für Jugendliche und junge Erwachsene sowie Unterstützung bei verschiedenen Problemlagen wie z.B. Hilfe bei der Job- oder Wohnungssuche bietet.

Auch für den Fremdenverkehr bietet die Verbandsgemeinde Landstuhl ein interessantes Ziel. Zahlreiche markierte Wanderwege, mit Schutzhütten versehen, ziehen sich kilometerweit durch den Naturpark Pfälzerwald. Der Naturpark Pfälzerwald ist das größte zusammenhängende Waldgebiet in Deutschland. Seit 1992 ist es eines von 13 Biosphärenreservaten in Deutschland und gehört damit zu einem Netz von weltweit mehr als 330 von der UNESCO anerkannten Schutzgebieten.

In Landstuhl beginnen und enden der Mühlenwanderweg und der Saarpfalz-Wanderweg. Ersterer führt über 23 Kilometer an 13 Mühlen vorbei. Letzterer ist eine Teilstrecke des gut 400 Kilometer langen Westpfalz-Wanderweges und führt in sechs Etappen von Landstuhl über Zweibrücken, Blieskastel nach Homburg und wieder zurück. Dabei ist das Wandern ohne Gepäck eine besondere Einrichtung. Hotels entlang des Westpfalz-Wanderweges transportieren das Gepäck jeweils zur nächsten Station. Auch der "Pfälzer Jakobsweg", auf dem man auf historischen Wegen von Speyer zum Kloster Hornbach und als "Fernziel" weiter ins spanische Santiago de Compostela wandern kann, führt durch die Verbandsgemeinde Landstuhl. Für Autofahrer ist ein Waldparkplatz mit Rundwanderwegen vorhanden. In der Gemeinde Bann ist ein Rad- und Wanderweg rund um den Hausberg mit einer Länge von 8,5 km eingerichtet. Start und Ziel befinden sich am Parkplatz des Gemeindefriedhofes. Rund um die Sickingenstadt Landstuhl sind mit den Wanderwegen L1 - L4 interessante, stadtnahe Rundwanderungen ausgeschildert. In Zusammenarbeit mit der Sickingenstadt Landstuhl hat die Fördergemeinschaft Sickingenstadt Landstuhl e.V. den "Landstuhler Sickingenweg" gestaltet, der in einem Rundweg zu 16 Informationsstellen führt, die entweder den Standort oder die Blickrichtung auf Sehenswürdigkeiten der Sickingenstadt Landstuhl bezeichnen.

Die Besiedlung unseres Raumes vor zweieinhalb bis dreitausend Jahren wird durch den Fund zahlreicher Steinkranzgräber bezeugt. Verschiedene Funde im Osten der Sickingenstadt Landstuhl belegen eine Ansiedlung in der Römerzeit. Die "Sickinger Würfel" am Alten Markt sind die Reste eines römischen Grabmals. Auf der Gemarkung der Ortsgemeinde Kindsbach liegt der "Heidenfels", Überreste eines Matronenheiligtums aus den ersten Jahrhunderten nach Christus, sowie die spätantike Höhensiedlung "Großer Berg". In der Nachbarschaft befindet sich auf der Gemarkung der Gemeinde Bann die "Perleburg". Das Gebiet um den Kleinen Berg, hier liegt die Perleburg, wurde 1992 als Grabungsschutzgebiet ausgewiesen, da hier Überreste einer mittelalterlichen Burganlage vermutet werden. Auf der Gemarkung der Ortsgemeinde Hauptstuhl sind am Rande des "Bergfeldes" noch die Überreste einiger Keltengräber zu finden, die ebenfalls Hinweise auf eine Besiedelung in der Zeit zwischen 1000 und 500 v. Chr. geben.

Das bedeutendste historische Bauwerk ist die von Kaiser Barbarossa um 1160 erbaute Burg Nanstein über der Sickingenstadt Landstuhl. Ihr Innenhof ist alljährlich Schauplatz der Burgspiele Landstuhl – Pfälzer Heimatbühne, veranstaltet von den Heimatfreunden Landstuhl. Weitere Sehenswürdigkeiten sind in Landstuhl der im Jahre 1900 erbaute Bismarckturm, die „Alte Kapelle“, deren Entstehung in das 13. Jahrhundert gelegt wird, Zehntenscheune und Bürgerhaus, die alte Rentei sowie die in den Jahren 1751 bis 1753 erbaute katholische Pfarrkirche St. Andreas mit dem Grabdenkmal Franz von Sickingens. Dieses wird von Kunstkennern als vorzügliche Renaissanceschöpfung bezeichnet. Historische Kostbarkeiten haben auch andere Gemeinden in unserer Verbandsgemeinde zu bieten. So steht in Bann das Sickinger Forsthaus mit einer gut erhaltenen Barockfassade und in Mittelbrunn die Ruine der ehemaligen Verenakapelle, deren Bau in die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts datiert wird.

Hinzu kommen Naturschutzgebiete wie das Fleischackerloch und das 22,5 Hektar umfassende "Moorwiesen"-Ringgasser-Bruch. An Erholungsgebieten sind unter anderem das Bärenloch mit Waldweiher (Badesee) und der Silbersee in Kindsbach zu nennen, die Liste der Naturdenkmale führen die Mammutbäume (lat.: sequoia giganta) an der L 465 nach Martinshöhe an.

In der Verbandsgemeinde Landstuhl bieten mehr als 50 Hotels, Pensionen, Gasthöfe und Ferienwohnungen mit insgesamt rund 600 Betten vielfältige Übernachtungsmöglichkeiten, die auch von Angehörigen der im Raum Landstuhl stationierten NATO-Streitkräfte in Anspruch genommen werden. Mit jährlich mehr als 60.000 Übernachtungen nimmt die Verbandsgemeinde eine Spitzenposition im Landkreis Kaiserslautern ein.

Aus der alljährlichen Tradition des Fanfarenzuges "Sickinger Herolde" Landstuhl, der Heimatfreunde Landstuhl und der Schützengemeinschaft "Burg Nanstein" 1848 Landstuhl, die zum Gedenken an den Tod von Franz von Sickingen am 7. Mai 1523 auf Burg Nanstein eine Gedenkfeier abhalten, wurde zur weiteren Förderung des Fremdenverkehrs im Jahr 1998 das "Sickingenjahr" initiiert. 475 Jahre nach dem Tod des letzten deutschen Ritters erinnerten Landstuhl, Bad Münster am Stein-Ebernburg, Bretten und Oberderdingen in zahlreichen Veranstaltungen an den großen Sohn ihrer gemeinsamen Geschichte. Ein großes mittelalterliches Burgfest fand ebenso im 480. Todesjahr des Reichsritters am 14. und 15. Juni 2003 auf Burg Nanstein statt. 2015 wurde vom Land Rheinland-Pfalz wieder das "Sickingenjahr" ausgerufen. Zahlreiche Veranstaltungen fanden hierzu statt; besonderes Highlight waren die Burgerlebnistage vom 07. bis 10.05.2015 auf der Burg Nanstein. 

Die enge Verbindung zu Franz von Sickingen und dem Geschlecht der Sickinger war Grund dafür, dass der Stadt Landstuhl am 14. Juli 1995 die Bezeichnung "Sickingenstadt" verliehen wurde.

Ständig sind die Verbandsgemeinde sowie die Ortsgemeinden und die Sickingenstadt Landstuhl darum bemüht, Neubaugebiete und Gewerbegebiete zur Schaffung notwendiger Arbeitsplätze zu erschließen. Die Studie "Dienstleistungsstandort Rheinland-Pfalz" des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau zeigt für Landstuhl einen besonderen Standortvorteil für Großhandels- und Logistikunternehmen sowie für Bürodienstleister auf.

Mit Bildung der Verbandsgemeinde Landstuhl im Jahre 1971 ging die gesetzliche Zuständigkeit der Bauleitplanung auf sie über. Aus dem Flächennutzungsplan wurden in den Ortsgemeinden und der Sickingenstadt Landstuhl seit dem Bebauungspläne genehmigt, die eine Gesamtfläche von insgesamt ca. 290 ha umfassen. Davon entfallen knapp 118 ha auf die Gewerbeflächen sowie 155 ha auf Wohnbauflächen und 9 ha auf Sonderbauflächen.

Zuständig für die Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung im gesamten Verbandsgemeindegebiet sind die Verbandsgemeindewerke. Sie unterhalten derzeit 10 Tiefbrunnen, 8 Hochbehälter mit einem Fassungsvermögen von rund 7.000 Kubikmetern, 4 Wasserwerke, 5 Druckunterbrechungsanlagen und 125 Kilometer Leitungsnetz mit rund 5.300 Hausanschlüssen. In der Gemarkung Oberarnbach wurden zwei, in Kindsbach ein neuer Tiefbrunnen niedergebracht und in das Versorgungssystem integriert. Das neue Wasserwerk in Kindsbach ist seit Ende des Jahres 2003 in Betrieb. Diese mit erheblichem Investitionsaufwand verbundenen Maßnahmen sind weitere Schritte zur Optimierung der Trinkwasserversorgung und damit zur Erhöhung der Versorgungssicherheit für die Bewohner der Verbandsgemeinde Landstuhl.

Für die Abwasserbeseitigung stehen in der Verbandsgemeinde 4 Kläranlagen, 8 Hebewerke sowie 8 Rückhaltebecken und rd. 130 Kilometer Kanalleitungen zur Verfügung. Die Kläranlage Landstuhl wurde in den Jahren 1999 bis 2001 saniert und erweitert. Auf dieser Anlage werden seit 2002 auch die Abwässer der Gemeinde Kindsbach und seit Juni 2005 auch sämtliche auf dem Flugplatz Ramstein anfallenden Abwassermengen gereinigt. Mit den US-Streitkräften wurde aus diesem Grund ein entsprechender Entsorgungsvertrag abgeschlossen.

Die Stadtwerke Landstuhl, deren Betriebsführung durch die Verbandsgemeindewerke erfolgt, beliefern als Gasverteilungsbetrieb die Bürgerinnen und Bürger der Sickingenstadt Landstuhl und der Gemeinde Kindsbach sowie einige Sonderabnehmer mit Erdgas. Die jährliche Gasabgabemenge beträgt rund 180 Mio. kWh. Darüber hinaus betreiben die Stadtwerke die Fernwärmeversorgung für das Landstuhl-Regional-Medical-Center auf dem Kirchberg mit einem gasbefeuerten Heizwerk und einem Fernwärmeleitungsnetz. Der Verkehrsbetrieb "Sickingen-Bus" wird ebenfalls bei den Stadtwerken geführt.

Feuerwehrtechnisch erfüllt die Verbandsgemeinde Landstuhl ihre Schutzziele in der Brandbekämpfung sowie in der allgemeinen Hilfeleistung mit 183 ehrenamtlichen Einsatzkräften. In jeder Ortsgemeinde und in der Sickingenstadt Landstuhl sind Wehreinheiten aufgestellt. Diese verfügen über insgesamt 17 Verbandsgemeinde-eigene Fahrzeuge und ein Rettungsboot.Hinzu kommen 5 Fahrzeuge, 1 Tunnelanhänger und 2 Abrollbehälter des Landkreis Kaiserslautern. Diese sind auf 4 verschiedene Standorte verteilt und werden für die Aufgaben in der Verbandsgemeinde aber auch für die überörtliche Hilfe im Landkreis Kaiserslautern benötigt. Die Feuerwehr der Verbandsgemeinde Landstuhl fährt pro Jahr im Durchschnitt  320 Einsätze. Zu ihrem Einsatzbereich gehört u.a. auch der Hörnchenbergtunnel auf der BAB A62. Die vorhandenen Fahrzeuge und Gerätschaften werden ständig auf dem technisch neuesten Stand gehalten. Zwei hauptamtliche Gerätewarte sorgen für die fristgerechten Prüfungen und für die Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge und Geräte. 20 Jugendliche in der Jugendfeuerwehr Kindsbach und 20 Jugendliche in der Jugendfeuerwehr Landstuhl stellen den Nachwuchs sicher.

An militärischen Einrichtungen liegt auf dem Kirchberg in Landstuhl das US-Landstuhl-Regional-Medical-Center, welches im Zuge der Umstrukturierung bei den amerikanischen Streitkräften in Europa sehr stark an Bedeutung gewonnen hat. Diese Bedeutung wird auch daran deutlich, dass die gemeinnützige amerikanische Fisher House Foundation innerhalb kürzester Zeit am Standort Landstuhl die einzigen beiden "Fisher Houses" außerhalb der USA errichtet hat. In diesen modern und familiär eingerichteten Häusern können Familienmitglieder von in stationärer Behandlung befindlichen Militärangehörigen zu günstigen Konditionen wohnen.

Die gute Zusammenarbeit mit den NATO-Streitkräften wird ebenso begrüßt wie die Partnerschaften der Gemeinden Bann mit dem französischen Migne-Auxances (seit 1989), Kindsbach mit Grandcamp-Maisy (seit 1980), Mittelbrunn mit St. Désir-de-Lisieux (seit 1981) und Oberarnbach mit La Cambe (seit 1983) sowie der Sickingenstadt Landstuhl mit der französischen Partnerstadt   Pont-à-Mousson (seit 1967). Um den gemeinsamen geschichtlichen Zusammenhang der Sickingenstadt Landstuhl und der Stadt Bad Münster am Stein - Ebernburg im Zusammenhang mit dem Leben und Wirken des Reichsritters Franz von Sickingen (1481 - 1523) besser dokumentieren zu können, wurde 1998 auch hier eine Städtepartnerschaft begründet.