Museum der Sickingenstadt Landstuhl

Öffnungszeiten des Museums der Sickingenstadt Landstuhl:
Bei besonderen Anlässen (Zeiten werden in der Presse und im Internet veröffentlicht).
Für Interessenten, Gruppen und Schulen Anmeldung bei der Verbandsgemeindeverwaltung Landstuhl, Tel. 06371 / 83-0 oder per E-Mail.

Sickingenmuseum
Das in der Zehntenscheune in Landstuhl eingerichtete Museum der Sickingenstadt stützt sich auf die "Sickingenausstellung", die nach einem Exposè von Karlheinz Schauder zusammen mit Theo Schohl gestaltet wurde. Darin geht es darum, die Person Franz von Sickingens, seine politische und geistige Entwicklung, seinen geschichtlichen Hintergrund und seine Wirkung auf die Nachwelt darzustellen. Da Requisiten und Relikte aus jener Zeit nur beschränkt zur Verfügung stehen, stützt sich die Ausstellung vor allem auf schriftliche Zeugnisse, auf die Sickingenbibliothek der Heimatfreunde Landstuhl, auf Leihgaben der Familie Fallot-Burghardt und des Stadtarchivs. Die Schriftstücke werden durch Bilder und Gegenstände ergänzt und illustriert. Angestrebt wurde ein vielfältiges und buntes Panorama, das dem Besucher die Gelegenheit geben soll, Geschichte unmittelbar, gleichsam Geschichte zum Anfassen und Begreifen, zu erleben.

Das vorhandene Material wurde nach verschiedenen Themen geordnet und dementsprechend in mehreren Sachgebieten dargeboten. Die Abteilung "Der Ritter und seine Zeit" bietet Schriften und Bilder aus der Umwelt Franz von Sickingens. Zu sehen sind unter anderem das Original eines Briefes von Sickingen an die Ritterversammlung zu Schweinfurt vom Januar 1523, Flugschriften aus der Reformationszeit, darunter ein Sendbrief Sickingens an seinen Schwager in Henschußheim, eine Schrift Martin Luthers, die Sickingen gewidmet ist und schließlich Dialoge von Ulrich von Hutten, die 1521 auf der Ebernburg entstanden.

Eine weitere Gruppe möchte mit dem geschichtlichen Hintergrund und den Zeitgenossen Sickingens bekannt machen. An zwei Wänden des Raumes und auf vier Tafeln werden entsprechende Texte und Porträts dargeboten. Die Texte sind dem "Großen Kulturfahrplan" von Werner Stein entnommen, der die wichtigsten Daten der Weltgeschichte in thematischer Übersicht enthält. Von Sickingens Geburtsjahr bis zu seinem Sterbejahr entsteht so eine Zeittafel seines Lebens. Auf den Tafeln der Stellwände sind die Porträts von Zeitgenossen vereint.

Das nächste Teilgebiet ist dem Thema "Sickingen in der Geschichtsschreibung" gewidmet. In zwei Vitrinen sind Beispiele für das Echo geboten, das Sickingen im Laufe der Jahrhunderte bei den Historikern gefunden hat. Die Reihe der vertretenen Geschichtsschreiber reicht von Thomas Hubert und Caspar Sturm über Würdtwein und Beddeus bis zu Ernst Münch und Ulmann.

Unter dem Titel "Sickingen in der Literatur" sind in einer Sektion die Arbeiten von Schriftstellern zusammengefasst, die Romane und Erzählungen, Schauspiele und Hörfolgen über den Ritter veröffentlichten. Vor allem hat das 19. Jahrhundert die Gestalt Sickingens literarisch neu entdeckt und Autoren bis in unsere Zeit zu dichterischen Texten über die geschichtliche Figur angeregt.

Zwei weitere Vitrinen führen die "Wirkungen Sickingens in der Gegenwart" vor Augen. Sie bekunden sich in zahlreichen Einzeluntersuchungen, in Facharbeiten von Schülern und Studenten sowie in Presseartikeln über den Ritter.

Dieser Teil der Ausstellung dokumentiert auch das Bemühen der Heimatfreunde in Landstuhl und Flehingen sowie kommunaler Einrichtungen, das Erbe Sickingens zu pflegen und zu wahren. Einige Gegenstände haben mehr kuriosen und anekdotischen Charakter, sind aber dennoch interessant und sehenswert. Die Bild- und Schriftdokumente werden durch Landkarten und Photos an den Wänden reizvoll ergänzt.